AckerschachtelhalmEquisetum arvenseErklärung des bot.Namens: arvensis=Acker
Ackerschachtelhalm darf nur bei genauer Kenntis gesammelt werde, da die anderen Schachtelhalm-Arten giftig sind=>Bestimmungsbuch!! Beschreibung : Der Acker-Schachtelhalm ist eine mehrjährige Pflanze und erreicht oberirdisch Wuchshöhen von 10 bis 50 cm. Er treibt zähe Wurzeln weit verzweigend unter der Erdoberfläche tief in den Boden. Sie blüht nicht, sondern vermehrt sich durch Bildung von Sporen. Im Frühling bildet sie hellbraune bis rötliche Sporentriebe, die einem Pferdeschweif nicht unähnlich sehen, daher der lateinische Name dieser Pflanzenart. Einige Wochen später wachsen daraus unfruchtbare grüne Sommertriebe, deren Gestalt an kleine Nadelbäume erinnert. Die Blütezeit ist also von Mai bis Juni.
Familie: Equisetaceae/ Schachtelhalmgewächse
Heimat: hier heimisch
Wasserstand: sumpfig bis zu 30cm
Höhe: 40-60cm
Blütezeit: August
Blüte: rosa
Desweiteren siehe Pflanzensteckbrief!!
Sehr alte Pflanze->früher bis zu 12Meter hoch werdend
Hat metertiefe Wurzeln und deshalb ein schwer zu bekämpfendes Unkraut an manchen Stellen.
Schachtelhalm Tee wird zur Bodendesinfektion verwendet bei z.B. Schwarzbeinigkeit
Auch wird die Pflanzenjauche als biologisches Schädlingsbekämpfungsmittel gegen Pilzkrankheiten(Fungizide) angewandt.
Inhaltsstoffe: Die Pflanze besteht zu ca. 10 bis 12 Prozent aus Kieselsäure, außerdem enthält sie die als therapeutisch wirksam bekannten Bestandteile Flavonoide, Glykoside, Kalium und Carbonsäuren.
Ernte und Aufbereitung:Wer selbst sammeln möchte,der sollte das im Frühjahr tun,wenn die Triebe sattgrün und frisch sind. Man schneidet die Triebe kurz über dem Erdboden ab, hängt sie gebündelt an einen luftigen Ort und trocknet sie so lang, bis die Seitentriebe sich leicht abbrechen lassen. Dann erst sind sie gut durchgetrocknet.
Luftgetrocknet und teegerecht zerschnitten, erhält man den Schachtelhalm- oder auch Zinnkraut-Tee (in der Apotheke auch Equiseti herba genannt).
Heilwirkung und Anwendung:Ackerschachtelhalm als Tee ist wirksam bei rheumatischen Beschwerden, bei chronischen Husten und stoffwechselbedingter Anschwellung der Beine. . Bei Akne wirkt er keimmindernd und antibakteriell
Er ist Bestandteil vieler Husten-, Rheuma-, Blasen-, Nieren und Blutreinigungstees.
Da Schachtelhalm eine vermehrte Ausscheidung von Wasser auslöst, ohne den Elektrolythaushalt zu beeinflussen oder gar zu verändern, eignet er sich bestens zu Durchspülungstherapie bei der Behandlung von Katarrhen der niere und der Harnwege.
Das ist auch das Anwendungsgebiet, welches vom BGA auf dem Beipackzettel und Stabdartzulassung genannt wird – doch mit der Einschränkung, daß Schachtelhalm-Tee nicht verwendet werden darf, wenn Herz-oder Nierentätigkeit eingeschränkt sind.
Die Anwendung des Ackerschachtelhalms im Laufe der Geschichte ist interessant. Im Altertum nutzte man ihn als blutstillendes Mittel, im Mittelalter verwendete man ihn bei Husten, Gicht, Ruhr und Steinleiden. Nachdem er als Heilpflanze in Vergessenheit geraten war – die grünen Sommerwedel wurden nur noch als „Zinnkraut“ zum Putzen des kostbaren Zinngeschirrs geschätzt -, entdeckte Sebastian Kneipp diese Heilpflanze neu.
Sie wurde als leicht harntreibend, gegen Rheuma und Gicht, als Auflage auf schlecht heilenden Wunden, zum gurgeln, zum Mundspülen und als Badezusatz empfohlen.
Als Tee oder Badezusatz wirkt er lokal anregend, die Widerstandskraft wird erheblich heraufgesetzt. Das bewirkt vornehmlich die Kieselsäure, die bei der Teezubereitung zu einem großen Teil in Lösung geht.
Die Erfahrung zeigt, der Ackerschachtelhalm ist sehr gut gegen Schweißfuß und Fußpilz einsetzbar. Dazu benötigen Sie eine weithalsige, dunkle Flasche von ca 500ml, eine Flasche Korn mit mindestens 38% Alkohol und die Menge für die Flasche frischen Ackerschachtelhalm, der an trockenen Tagen im Frühherbst gesammelt werden sollte. Das Kraut, so wie es von der Fundstelle kommt, wird in die weithalsige Flasche straff gestopft und mit dem Korn bis zum Rand aufgefüllt. Nach etwa 4 Wochen kann die Tinktur gebraucht werden.
Und so wird die Tinktur angewendet: Zur Minderung der Schweiß- und Geruchsbildung im Achsel- und Füßbereich.
Abends nach dem die Füße warm gewaschen wurden, werden sie unter laufendem kalten Wasser etwa je 2 Minuten abgespült. Danach abgetrocknet und mit wenig Tinktur abgerieben. Dann sollten die Füße an der Luft trocknen. Am darauffolgenden Morgen werden die Füße wieder je 2 Minuten kalt abgespült, abgetrocknet und mit der Tinktur abgerieben. Jetzt können die Strümpfe angezogen werden. Bei besonders schweren Fällen können alte Strümpfe mit der Tinktur im Zehen- und Sohlenbereich getränkt werden. Trocknen lassen und dann anziehen. Die Kieselsäure wirkt dann auf längere Zeit stoffwechselfördernd und deinfizierend.
Achselschweiß wird durch den erkalteten Teeaufguß, der morgens in die Achselhöle eingerieben wird gemindert. Auch die Geruchsentwicklung lässt spührbar nach.
In folgenden Fällen kann Ackerschachtelhalm mit großen Erfolg angewendet werden:
Zu Bädern, die den Stoffwechsel der Haut anregen und dadurch Durchblutungsstörungen, Schwellungen nach Knochenbrüchen, Frostbeulen und offene Beine günstig beeinflussen. Da auch die meisten rheumatischen Erkrankungen und die Gicht Stoffwechselleiden sind und die lösliche Kieselsäure beim Baden teilweise vom Körper aufgenommen wird, sind Ackerschachtelhalm-Bäder auch hier lindernd.
Wickel und Auflagen, z.B. bei Ekzemen, Geschwüren usw. werden in den Tee getaucht und auf die betroffenen Stellen aufgelegt.
Nebenwirkungen:Ackerschachtelhalm hat keine Nebenwirkungen