Niedersachsen: Profitiert Landwirtschaftsministerin von Massentierhaltung?
Mitte Juli dringen Tierschützer der Organisation PETA in Stallungen der Putenerzeugergemeinschaft Mecklenburg-Vorpommern ein. Sie treffen auf Zustände, die man als Tierquälerei bezeichnen muss. Eng aneinander gedrängt, haben die Puten sich gegenseitig Federn ausgerupft und Augen ausgepickt. Dazwischen verendete Tiere in teilweise fortgeschrittenen Verwesungsstadien. Zugunsten wirtschaftlicher Aspekte werden die Puten absolut tierschutzwidrig gehalten.
Nun stehen nicht nur die Putenmastbetriebe selbst unter scharfer Kritik. Die Tiere stammen aus der Mastputen-Brüterei Ahlhorn in Niedersachsen, die von Garlich Grotelüschen, dem Ehemann der CDU-Landwirtschaftsministerin Astrid Grotelüschen geführt wird. Hier werden jährlich circa 5 Millionen Küken “produziert”, die unter anderem in die Mastbetriebe der Erzeugergemeinschaften gelangen.
Frau Grotelüschen war selbst für die Geschicke des Unternehmens verantwortlich, hat sich aber zeitgleich mit der Ernennung zur Landwirtschaftsministerin im April 2010 aus dem operativen Geschäft des Familienbetriebes Ahlhorn zurückgezogen. Nicht zuletzt ist die frischgebackene Ministerin in ihrer neuen Funktion oberste Tierschutzbeauftragte des Landes. In der Sendung “Report Mainz” vom 09.08.2010 wurde die CDU-Politikerin mit den grausamen Bildern aus den Stallungen der Putenerzeugergemeinschaft konfrontiert. Sie sah jedoch keinerlei Mitverantwortung an den skandalösen Zuständen in den Mastbetrieben. Schließlich handele es sich um eigenständige Unternehmen, an denen ihr Familienbetrieb keinerlei Beteiligung habe, so Grotelüschen. Sie habe keine Kenntnis darüber, wie die Betriebe die Tiere halten.
Nach weiteren Recherchen der Reporter stellt sich jedoch heraus: zwischen den Unternehmen bestehen Gesellschaftsverträge. Diese stellen nicht nur sicher, dass die Küken den Mastbetrieben zugehen – die Vögel werden nach der Mast auch in Schlachthäusern weiterverarbeitet, an denen wiederum die Mastputen-Brüterei Ahlhorn beteiligt ist. Mehr noch: Das Familienunternehmen der Landwirtschaftsministerin ist größter Gesellschafter der Putenerzeugergemeinschaft Mecklenburg-Vorpommern. Faktisch profitiert die Ministerin demnach finanziell von Massentierhaltung in elenden Zuständen.
Rettet den Regenwald setzt sich strikt gegen Massentierhaltung ein. Die Tiere sind gezwungen, in verheerenden Umständen zu vegetieren. Die Beschaffung der Futtermittel zur Mast geschieht nicht zuletzt auf Kosten der Regenwälder. Fordern Sie mit Ihrer Unterschrift eine transparente und umfassende Stellungnahme von Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Astrid Grotelüschen zu den Vorwürfen sowie die Aufklärung und Beseitigung der Zustände in den Betrieben der Putenerzeugergemeinschaft Mecklenburg-Vorpommerns.
UPDATE: Laut Informationen, die Rettet den Regenwald vom Büro Christian Meyer (niedersächsische Landtagsfraktion BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN) sowie von Frau Marianne König (niedersächsische Landtatgsfraktion LINKE) erhalten hat, wird am 13.08. eine Unterrichtung innerhalb der Sitzung des Agrarausschusses durch Frau Grotelüschen stattfinden. Des Weiteren werden die Zustände in den Putenmastställen, die Verstrickungen von Frau Grotelüschen und deren Rechtfertigungsversuche Thema in der Sitzung des Nds. Landtages in der kommenden Woche (17.-19.08.) sein.
Die LINKE hat bereits die Entlassung der Landwirtschaftsministerin gefordert.
Zur Petition - Hier klicken






