Das geplante Megawasserkraftwerk am Xingu-Fluss soll das drittgrößte seiner Art weltweit werden. Für das Ökosystem und die Menschen vor Ort bedeutet es allerdings eine Katastrophe. Allein für den dazugehörigen Stausee soll eine Fläche von mehr als 500 Quadratkilometern geflutet werden. Riesige Flächen Regenwald würden vernichtet und dadurch viele einzigartige Tier- und Pflanzenarten mit ihnen. Durch die Abholzung würden auch große Mengen des Treibhausgases Kohlendioxid freigesetzt. Der Bau des Wasserkraftwerkes bedeutet für viele Menschen den Verlust ihres Lebensraumes. Laut Angaben von Norte Energia SA (Nesa) müssten mindestens 17.000 Menschen umgesiedelt werden. Menschrechtsgruppen beziffern die Zahl auf 30.000 bis 50.000 Personen. Viele der Betroffenen sind Indigene, die kulturell, wirtschaftlich und sozial unmittelbar mit dem Land verbunden sind.
Der Richter unterband vorläufig auch die weitere Finanzierung des 8,5 Milliarden Euro teuren Projektes durch die Nationale Entwicklungsbank (BNDES). Die Bundesstaatsanwaltschaft in Pará (MPF-PA), die am 27. Januar die öffentliche Zivilklage eingereicht hatte, bezeichnete “die Lizenz als absolut illegal”. Das aktuelle Urteil bedeutet jedoch nicht den endgültigen Baustopp für das Megawasserkraftwerk am Xingu Fluss. Die brasilianische Regierung will das Projekt um jeden Preis durchsetzen.
Rettet den Regenwald hat im letzten Jahr auf seiner mehrsprachigen Webseite weltweit zu E-mail-Protestaktionen gegen das Staudammprojekt aufgerufen. Zusammen mit brasilianischen und internationalen Organisationen konnten über 600.000 Unterschriften - 69.000 allein von Rettet den Regenwald - gesammelt werden. Sie wurden am 8. Februar 2011 an die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff übergeben. Auch bei europäischen Firmen, die maßgeblich an dem Milliardenprojekt beteiligt sind, hat der Verein bereits protestiert. So beim zum Siemens-Konzern gehörenden Industrieausrüster Voith sowie beim österreichischen Anlagenbauer Andritz und dem französischen Alsthom-Konzern.
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