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Die EU muss handeln: Europa braucht eine wahre Energiewende

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Die EU muss handeln: Europa braucht eine wahre Energiewende

Ungelesener BeitragAutor: Holosericea » 5. Feb 2011, 21:23

Die EU muss handeln: Europa braucht eine wahre Energiewende

Deutschland sieht sich als Vorreiter beim Umbau der Energieversorgung hin zu den sogenannten erneuerbaren Energien und ist in der EU besonders aktiv. Als Herzstück der deutschen Energiepolitik gilt das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG). Über das EEG wird seit 11 Jahren der Bau und Betrieb von Biogasanlagen, Palmöl-Blockheizkraftwerken und Solarpanels forciert und mit Milliardensummen finanziert. Für 2011 werden die EEG-Förderungen allein auf 13,5 Milliarden Euro geschätzt. Während die privaten Verbraucher für die steigenden Energiepreise zahlen müssen, sind in Deutschland die 570 größten industriellen Stromfresser mit einem Jahresverbrauch von 71.000 Gigawattstunden von der EEG-Umlage (aktuell 3,5 Cent pro Kilowattstunde) befreit.

Unseren exzessiven Verbrauch einfach von fossilen auf erneuerbare Energien umzustellen, hat verheerende Folgen für Mensch und Umwelt. Windparks und Hochspannungsleitungen bedrohen Vögel und Fledermäuse. Der Bau von Offshore-Windparks auf hoher See schädigt und vertreibt Meeressäuger wie Schweinswale. Wasserkraftwerke zerstören Flussläufe und ertränken die Täler in Stauseen. Monokulturen mit Mais und Raps für Biogas und Biodiesel belegen auf Kosten der Artenvielfalt und des Klimas ganze Landstriche.

Weil die Anbauflächen für unseren Energiehunger nicht ausreichen und die Produktion im globalen Süden wesentlich billiger ist, sollen immer mehr Palm- und Sojaöl, Zuckerrohr-Ethanol und Holzschnitzel importiert werden - jährlich Millionen Tonnen. So sieht es das im September vorgelegte Energiekonzept der Bundesregierung vor. Die dafür benötigten Plantagen werden in den Tropenländern gerodet. Regenwälder, Savannen und landwirtschaftliche Flächen werden in Energieäcker umgewandelt. Agrosprit wird aus Lebensmitteln wie Getreide, Mais, Palmöl, Soja und Zuckerrohr produziert und verschärft die globale Hungerkrise weiter. Die armen Menschen können die zunehmende Konkurrenz zwischen Tank und Teller nicht bestehen.

Mit sogenannten Nachhaltigkeitssiegeln wollen Politik und Wirtschaft die Probleme lösen. Auch hier ist die Bundesregierung mit ihren Nachhaltigkeitsverordnungen und dem von ihr geschaffenen ISCC-Label Wegbereiter. Doch in der Praxis werden die Standards einfach umgangen und sind wirkungslos. Nicht mehr Energie ist gefragt, sondern drastisches Energiesparen. Ausgerechnet hierbei hinkt Deutschland weit hinterher. Magere 12,8 Prozent will Deutschland bis 2020 einsparen. Das EU-Ziel liegt bei immerhin 20 Prozent, ist aber auch nicht ausreichend.

Bitte schreiben Sie an Günther Oettinger, Bundeskanzlerin Merkel und ihren österreichischen Kollegen Werner Faymann. Europa braucht keine weiteren Hochspannungstrassen, neue Erdgaspipelines und immer mehr Biomasse- und Biogaskraftwerke. Die Förderung der sogenannten Bioenergien wie Agrarsprit, Biogas und Biomasse über das EEG – das von vielen Ländern mittlerweile kopiert wurde – muss sofort beendet werden. Wir müssen den exzessiven Energieverbrauch in Europa massiv einschränken und Energie sparen. Und die größten Energieverschwender sollen endlich zur Kasse gebeten werden.

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