Asiatischer Laubholzkäfer (ALB)
Anoplophora glabripennis
Heimat: Asien (China), Korea, Taiwan, (Japan)
Eingeschleppt in: Nordamerika USA; New York, 1996, Illinois, Chicago, 1998)
Befall in Österreich: Braunau/Inn (Erstfund in Europa) 2001
Befall in Deutschland: Nähe Passau 2004; Inzwischen ist in Deutschland ein zweites Auftreten nahe Bonn bekannt.
Wirtsbaumarten:
Pappel, Ahornarten, Weide, Esche, Mehlbeere, Roßkastanie, Erle, Apfel, Platane, Kirsche, Birne, Robinie, Ulme
Larven: in jungen Larvenstadium ist die Diagnose ohne Fachwissen unmöglich. Ein wichtiges Abgrenzungsmerkmal ist das Fehlen von Brustbeinen bei ALB-Larven
Käfer:
schwarz mit etwa 20 unregelmäßig verteilten weißen Flecken; lange schwarz weiße Fühler (bei dem Männchen etwa 2,5 x so lang wie die Körperlänge, bei dem Weibchen etwa 1,3 x so lang wie die Körperlänge).
Körpergröße: 3,5 cm ohne Fühler
Der Käfer lebt 4- 8 Wochen
kaum mit heimischen Arten zu verwechseln
Flug:
Der Käfer fliegt von Juni-Ende September mit Schwärmhöhepunkt im Juli.
Eiablagerung: 1 -2 cm große Trichter in der Rinde, je nach Alter des Baumes am jungen Stamm oder in der Krone. Bei Trockenheit ist Saftfluß zu sehen, der Wespen und Hornissen anlockt.
Larvenfraß:
grobspäniges Bohrmehl am Stammfuß oder an Rindenschadstellen;
erste Stadien unter geschlossener Rinde nicht sichtbar, später erfolgt auch bei intakter Rinde der Auswurf von groben Bohrspänen. Nach Öffnen der Rinde ovale Einbohrlöcher der Larve gut erkennbar
Beim Durchschneiden des Holzes riesige Bohrgänge mit einem Durchmesser von 1-3 cm
Ausbohrlöcher:
charakteristisch kreisrund, Durchmesser 1 - 1,5 cm
Biologie:
Nach den Schlüpfen im Frühsommer führen die Käfer zuerst einen Reifungsfraß an Kronästen des Brutbaumes durch. Während der Flugphase der Weibchen, die je nach Schlupftermin bis Oktober dauert, werden ständig Eier abgelegt. Nach ca. 2 Wochen schlüpfen die Larven und leben zuerst zwischen Rinde und Holzkörper, wobei sie die zellteilende Schicht des Baumes (Kambium) zerstören. Die beinlosen Larven sind durch ein charakteristisches Halsschild gekennzeichnet. Durch ein ovales Loch bohrt sich die Larve in den Holzkörper. Im Laufe ihrer Entwicklungsphase durchläuft sie 11 Stadien und wird bis zu 5 cm lang. Im zweiten Frühjahr nach der Eiablage erfolgt die Verpuppung und von Mai bis Juli der Schlupf der neuen Käfergeneration.
Schadbild:
Der Käfer befällt völlig gesunde Bäume und kann sie binnen weniger Jahre zum Absterben bringen.
Absterben des gesamten Baumes; Welkesyntome und Vitalitätsschwächungssyntome (schüttere Belaubung, Blattvergilbung)
Durch den Larvenfraß und Fäuleeintritt wird die Holzfestigkeit herabgesetzt und es kommt zu Astab- oder Stammbrüchen.
Was tun, bei Befall:
Befallene Bäume müssen sofort gefällt werden. Nur wenn die Bäume frühzeitig entfernt werden, wird verhindert, daß sich der Befall ausweitet. Ein Baum der mit ALB befallen ist, stirbt sowiso ab. Das gefällte Holz muss vor Ort gehäckselt und unmittelbar verbrannt werden. Eine Nutzung der Bäume als Brennholz ist nicht zulässig, da während der Lagerung Käfer schlüpfen und neue Bäume befallen können.
In jedem Fall - auch wenn man sich nicht ganz sicher ist - soll man sich mit dem Pflanzenschutzdienst in seinem Bundesland in Verbindung setzen (siehe: http://www.bba.de -> Pflanzengesundheit-> Pflanzenschutzdienst), da der ALB als Quarantäneschadorganismus eingestuft ist.




