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Indien: Regenwald oder Bauxit für Aluminium

Hier kommen Petitionen rein die für den Umweltschutz plädieren, sei es hier in der Heimat oder sonstwo auf der Welt.

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Indien: Regenwald oder Bauxit für Aluminium

Ungelesener BeitragAutor: Holosericea » 7. Aug 2010, 16:29

Es geht, wieder einmal, um Geld, viel Geld. Bauxit im Wert von rund drei Milliarden US-Dollar bergen die Niyamgiri-Berge im indischen Bundesstaat Orissa im Osten des Landes, rund 1000 Kilometer südwestlich von Kalkutta. Hier lebt seit Jahrtausenden das Volk der Dongria Kondh. Die mit dichtem Regenwald bewachsenen Berge bilden eines der letzten Rückzugsgebiete für bengalische Tiger, Leoparden, asiatische Elefanten und Geckos. Die Nyiamgiri-Berge sind aber auch Heiligtum und kulturelles Zentrum der Dongria Kondh.

Der indisch-britische Bergbaukonzern Vedanta Resources betreibt seit 2008 am Fuße der Nyiamgari-Berge eine Aluminiumhütte und ein Kohlekraftwerk zu deren Energieversorgung. Die Umweltschäden sind immens: Qualm verpestet die Luft, hochgiftige Chemikalien und tonnenweise toxischer Schlamm verseuchen die Flüsse und das Wasser der Menschen. Hunderte Lkws rollen jeden Tag durch die engen Straßen der benachbarten Dörfer. Vergiftungen und Erkrankungen grassieren unter den Menschen.

Doch das ist erst der Anfang. Vedanta Resources will weite Teile der Wälder auf Nyiamgiri abholzen, um im Tagebau rund 73 Millionen Tonnen Bauxit zu gewinnen. Inzwischen liegt der Fall beim höchsten Gericht Indiens. Ein Entscheid soll kurz bevor stehen. Verschiedene Gutachten zeitigten widersprüchliche Ergebnisse. In den einen ist die Rede davon, das nur ein marginaler Teil des Gebietes betroffen sei, während andere von einer Katastrophe für Umwelt und Mensch sprechen. In Frage gestellt ist indes auch die Unabhängigkeit des Gerichtes. Die Provinzregierung treibt die Industrialisierung von Orissa rücksichtslos voran, auch mit massiver Gewalt. So wurden Ureinwohner, die gegen den Tata-Konzern protestierten, der ein Stahlwerk bauen will, von der Polizei mit Schüssen vertrieben. Eine ähnliche Eskalation wird nun auch in Nyiamgiri befürchtet.

Verschiedene internationale Investoren, unter ihnen die norwegische Regierung und mehrere Pensionsfonds, haben derweil ihr Urteil über Vedanta Resources gefällt und ihre Gelder abgezogen. Auch die britische Regierung geht hart mit der Firma ins Gericht. Vedanta habe die „Rechte der Dongria Kondh nicht respektiert“ und damit geltende OECD-Richtlinien verletzt.

Völlig ungerührt von dieser Kritik zeigt sich die Deutsche Bank. Sie hält nicht nur Anteile an Vedanta, sondern hat dem Konzern wiederholt zu finanziellen Anleihen verholfen, die letzte im Wert von 500 Millionen US-Dollar. Außerdem empfiehlt sie Vedanta-Aktien, die an der Frankfurter Börse binnen eines Jahres um 88 Prozent zugelegt haben, ausdrücklich als „top pick“ zum Kauf – Zynismus pur.
Konzernchef Josef Ackermann präsentiert derweil die Bank als grünes und soziales Vorzeigeunternehmen. Diverse internationale Standards und Selbstverpflichtungen in Sachen Nachhaltigkeit hat er unterzeichnet, ein purer Imagetrick, wie die Umweltschützer des Vereins Urgewald in der Studie „Deutsche Bank: Ein fragwürdiges Markenzeichen“ nachweisen. Die Deutsche Bank kooperiert danach mit Firmen, die Bürgerkriege anheizen und als Auftraggeber brutaler Sicherheitskräfte bekannt sind. Sie finanziert Konzerne, denen Komplizenschaft bei Massenvertreibungen und Terror gegen die Zivilbevölkerung vorgeworfen wird. Sie stört sich weder an Embargos der UN noch an dokumentierten Menschenrechtsverletzungen und massiver Regenwaldrodung.

Bitte schreiben Sie an den Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank, Josef Ackermann.

ZUR PETITION
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Re: Indien: Regenwald oder Bauxit für Aluminium

Ungelesener BeitragAutor: Holosericea » 7. Nov 2010, 17:56

Und wieder ein Erfolg :hops :hops

Erfolg: Indien untersagt Minenerrichtung zum Schutz der Ureinwohner

25.08.2010

Die Proteste der Dongria Kondh zeigten endlich Wirkung.

Das indische Umweltministerium hat entschieden: Der britische Bergbaukonzern Vedanta darf kein Bauxit am Berg Niyamgiri abbauen. Die Ausschlachtung des Rohstoffes bedroht das indigene Volk der Dongria Kondh, welches in der Nähe siedelt und den Berg als heilige Stätte betrachtet.

Damit nehmen die jahrelangen Proteste der Ureinwohner für den Erhalt eines mit dichtem Regenwald bewachsenen Gebietes ein glückliches Ende. Schon 2005 beantragte Vedanta die Genehmigung, das zur Aluminiumherstellung benötigte Bauxit abbauen zu dürfen – und stieß auf Widerstand. So sprach sich der oberste Gerichtshof Indiens bereits 2007 gegen die Minen aus. Das Umweltministerium folgt mit seiner Entscheidung nun der Empfehlung der indischen Waldkommission, die drastische Auswirkungen auf das Ökosystem und die Wasserversorgung der Region befürchtet, die Zuflucht für viele selten gewordene Tierarten bietet.

Die Entwicklung hat auch Auswirkungen auf ein deutsches Unternehmen. Rettet den Regenwald hat in einer Protestaktion, an der sich 15809 Menschen beteiligten, auf die Rolle der Deutschen Bank an dem Bergbauvorhaben hingewiesen. Sie hält Anteile an Vedanta, verhalf dem Unternehmen mehrfach zu finanziellen Anleihen in Milliardenhöhe und wirbt aktiv für den Kauf deren Aktien. Gleichzeitig präsentiert Konzernchef Ackermann die Bank als grünes Unternehmen und unterzeichnete diverse Standards und Selbstverpflichtungen in Sachen Nachhaltigkeit.

Rettet den Regenwald fordert die Deutsche Bank angesichts dieser neuen Entwicklungen erneut dazu auf, nicht länger in den Konzern Vedanta zu investieren und sich aus dem Unternehmen zurückzuziehen.
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