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Schluss mit Weltbank-Geldern für Palmöl

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Schluss mit Weltbank-Geldern für Palmöl

Ungelesener BeitragAutor: Holosericea » 6. Jun 2010, 15:08

Das Öl der afrikanischen Ölpalme (Elaeis guineensis) ist heutzutage in jedem zweiten Supermarktprodukt zu finden. Es wird weltweit massenhaft für die Produktion von Lebensmitteln, Kosmetika und chemischen Produkten eingesetzt. Neuerdings fahren auch unsere Autos mit dem tropischen Öl und Kraftwerke werden damit betrieben. Die Jahresproduktion beläuft sich bereits auf 46 Millionen Tonnen weltweit, mehr als von jedem anderen Pflanzenöl erzeugt wird, und mit weiter stark steigender Zunahme.

Für die benötigten großflächigen Monokulturen aus Ölpalmen müssen die Regenwälder mit ihrer immensen Artenvielfalt weichen. Auch die Lebensgrundlagen der dort lebenden Kleinbauern werden zerstört. Die Weltbank und ihr privater Arm, die International Finance Corporation (IFC), haben einen erheblichen Anteil am weltweiten Palmölboom und an den schrecklichen Konsequenzen. Die größten und schlimmsten Palmölindustrien wie der indonesische Sinar Mas- und der Wilmar-Konzern kamen in den Genuss der Weltbankkredite in Höhe von insgesamt knapp 1 Milliarde US-Dollar.

Im Februar 2009 unterstützten das World Rainforest Movement (Weltbewegung für Regenwälder) und Rettet den Regenwald e.V. die Einwohner in der Provinz „Oro“ in Papua-Neuguinea. Diese forderten die Weltbank auf, einen an das Land erteilten Kredit zu überprüfen. Mit Weltbankgeldern sollten Kleinbauern Ölpalmen für den Weltmarkt anbauen. Die Menschen baten stattdessen die Weltbank, Alternativen zum Ölpalmanbau zu fördern, oder den Kredit zu streichen. Durch den Ölpalmanbau gerieten die Kleinbauern in einen Teufelskreis aus immer größerer Abhängigkeit und Schulden gegenüber der Palmölindustrie. Die Weltbankfinanzierung verschärfte die sozialen und wirtschaftlichen Probleme in der Region.

Aufgrund der internationalen Proteststürme über die fehlende Verträglichkeit der Ölpalmenplantagen für Mensch und Umwelt – nicht nur in Papua-Neuguinea, sondern auch in Indonesien, Malaysia, Laos, Uganda, Peru, Ecuador, Kolumbien, Guatemala oder Mexico – entschied die Weltbank Ende 2009, die Finanzierung des Palmanbaus einzufrieren und ordnete eine Prüfung durch den Ombudsmann der International Finance Corporation IFC der Weltbank an. Mitte Mai fand im Rahmen der Ausarbeitung der Palmölstrategie der Weltbank ein Treffen in Costa Rica statt. Zwei weitere Treffen, in Ghana und Amsterdam, stehen Anfang Juni an. Im Juli will die Weltbank ihre Palmölstrategie fertig haben. Doch anstatt weitere Kredite für die Palmölwüsten zu streichen, arbeitet die Weltbank an kosmetischen Korrekturen. Sie will nun „nachhaltigen“ und „zertifizierten“ Palmölanbau fördern.

Bauernorganisationen, indigene Völker, Sozialbewegungen und Gruppen der Zivilbevölkerung aus aller Welt stimmen darin überein, dass die Palmölmonokulturen nicht nachhaltig sind und es niemals sein werden. Die Zertifizierung lehnen sie als „grünes Make-up“ ab. Ihre Forderung: Die Expansion der Ölpalm-Monokulturen muss endlich gestoppt werden. Bitte unterstützen Sie mit ihrer Unterschrift den Appell an die Weltbank: Keine weitere Finanzierung von Ölpalm-Plantagen!



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