Autor: Giftpflanze » 21. Mär 2010, 16:07
Die Färberpflanzen heißen so, weil man aus ihnen Farbstoffe gewinnt.
Früher hat man sie dazu verwendet, um Gewebe aus Baumwolle, Wolle, Leinen oder Seide einzufärben. Seit aber etwa 100 Jahren stellt man diese Farbstoffe jedoch künstlich her. Dadurch werden die echten Pflanzenfarben fast ganz verdrängt.
Wertvolle alte Teppiche, die noch mit pflanzlichen Farbstoffen eingefärbt sind, behalten ihre Leuchtkraft jedoch noch bis heute. Und es gibt viele Leute die zum Beispile ein natürliches Blau für schöner halten als jede chemisch erzeugte Farbe.
Aus Färberwaid und Färber-Indigo erhielt man jahrhundertelang einen tiefblauen Farbstoff. Der Färberwaid wurde deshalb bei uns von sogenannten Waidjunkern angepflanzt, wie heute etwa kartoffeln oder Getreide.
Als im 16. Jahrhundert aber das schöne Indigoblau aus Indien in Europa eingeführt wurde, ging das Geschäft zurück. Die Waidjunker versuchten die Einfuhr der ausländischen Farbe zu verhindern. Im Jahr 1557 wurden Färber sogar mit dem Tode bestraft, weil sie die "indische Teufelsfarbe" benutzt hatten. Mit allen Mitteln wollten die Waidjunker nämlich ihr gutes Geschäft behalten. Das ging noch etwa 200 Jahre lang gut, doch dann wurde das ausländische Indigoblau immer mehr verkauft - bis im Jahr 1880 deutsche Chemiker einen blauen Farbstoff künstlich herstellten.
Rot und Gelb sind die häufigere Pflanzenfarbe als Blau.
Man gewann Rot nach der Entdeckung Amerikas vor allem aus Farbhölzern der Neuen Welt.
Gelb erhielten schon die Griechen und Römer aus dem Färberginster. Sie färbten damit ihre Gewänder ein.
Nußschalen lieferten Braun.
Aus einer gelben Färberflechte gewinnt man heute noch ein leuchtendes Rot als Holzfarbe.
Bei der einen Pflanze sind es die Wurzeln oder Blätter, die den Farbstoff abgeben, bei anderen ist es die Rinde oder das Holz.
Auch muß die Farbe einer Pflanze nicht mit dem daraus gewonnenen Farbstoff übereinstimmen.
Färberflechten: sind bestimmte Flechtenarten, die den Farbstoff liefern.
Am bekanntesten ist die Lackmusflechte. Ihr purpurroter Farbstoff wird in Seifenlauge blau, in Säuren bleibt er rot.
Färber-Indigo: gehört zu einer Reihe von Indigo-Arten, deren Blätter den begehrten blauen Farbstoff enthalten. Indigo selbst ist farblos, und ein damit gefärbtes Gewebe wird erst an der luft blau.
Färberwaid: liefert ebenfals einen blauen, indigoähnlichen Farbstoff. Man hat die Pflanze schon in der Römerzeit in Britanien angebaut. Die aus den Blättern gewonnene Farbe diente zur Kriegsbemalung.
Farbhölzer: kamen vor allem aus Südamerika. Das Holz wurde gemahlen und der Farbstoff umständlich ausgekocht. Namen wie Rotholz oder Blauholz deuten heute noch auf ihre Farben hin.
Pflanzenfarben:
ROT:
Lachmusflechte
Amerikanische Kermesbeere (Phytolacca americana)
Echtes Labkraut (Galium verum)
Färberdistel, Saflor (Carthamus tinctorius)
Färberkrapp, auch Färberröte genannt, (Rubia tinctorum)
Färbermeister (Asperula tinctoria)
Blutweiderich (Lythrum salicaria)
Indischer Spinat, Malabarspinat (Basella rubra)
Schönauge, Mädchenauge (Coreopsis tinctoria)
Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)
Stockrose, Schwarze Malve (Alcea rosea var. nigra)
Wiesenlabkraut (Galium mollugo
GELB
Färber-Reseda
Lackmusflechte
Aufrechte Sammetblume, Tagetes (Tagetes erecta)
Echte Bärentraube (Arctostaphylos uva-ursi)
Echte Goldrute (Solidago virgaurea)
Echtes Mädesüß (Filipendula ulmaria)
Färberdistel, auch Saflor genannt (Carthamus tinctorius)
Färbereiche (Quercus velutina)
Färberginster (Genista tinctoria)
Färberhundskamille (Anthemis tinctoria)
Färberkamille (Anthemis tinctoria)
Färbermaulbeerbaum (Morus tinctoria)
Färberscharte (Serratula tinctoria)
Färbersumach (Rhus cotinus)
Färberwau (Reseda luteola)
Frauenmantel (Alchemilla vulgaris)
Gelbe Schafgarbe (Achillea filipendulina)
Gemeine Schafgarbe (Achillea millefolium)
Gilbweiderich (Lysimachia vulgaris)
Johanniskraut (Hypericum perforatum)
Kanadische Goldrute (Solidago canadensis)
Küchenzwiebel (Allium cepa)
Odermennig (Agrimonia eupatoria)
Rainfarn (Chrysanthemum vulgare)
Ringelblume (Calendula officinalis)
Schöllkraut (Chelidonium majus)
Wiesenflockenblume (Centaurea jacea)
Wiesenkerbel (Anthriscus sylvestris)
BLAU:
Schamblume (Clitoria ternatea)
Färberhülse (Baptisia tinctoria)
Färberknöterich (Polygonum tinctorum)
Färberwaid (Isatis tinctoria)
Indigolupine (bzw. Falscher Indigo oder Blaue Färberhülse) (Baptisia australis)
Indigopflanze (Indigofera tinctoria
BRAUN:
Nußschalen
Echter Dost (Origanum vulgare)
Frauenmantel (Alchemilla vulgaris)
Kleiner Odermennig (Agrimonia eupatoria)
Schöllkraut (Chelidonium majus)
SCHWARZ:
Granatapfel (Punica granatum)
Jenipapo (Genipa americana)